Geschrieben am Montag, den 19. November 2007 von Andrea

Zehn Taktiken um Schwieriges anzupacken

Power am TelefonAn manchen Tagen gelingt es uns, Dinge und Tätigkeiten, die wir an anderen Tagen als besonders zähflüssig und schwierig empfinden, ohne Probleme und Widerstände zu erledigen. Wenn wir solche Arbeiten nicht verschieben können, sind Tipps und Tricks, also unsere persönlichen Ressourcen, besonders hilfreich.

Hier sind ein paar unserer Mittel, die wir nutzen:

Die “Early Bird” Taktik

Man stehe sehr früh auf, und begebe sich noch vor dem offiziellen Arbeitsbeginn von Kollegen und/oder Mitarbeitern an seinen Arbeitsplatz. Für einige Menschen sind die Ruhe und Ungestörtheit ein stark motivierender Faktor bei der Arbeit. Das muss man nicht täglich tun, sondern an ausgewählten oder besonders geeigneten Tagen. Zusätzlicher Pluspunkt: Man umgeht die Stoßzeiten im Straßenverkehr und spart nochmals Zeit.

Die “Tür-Zu” Taktik

In vielen Firmen gilt die Regel der offenen Türen. Jeder, der ein Anliegen hat, kann eintreten und sein Thema oder Problem besprechen. Dadurch hat man häufig kaum an einem Stück zusammenhängende Arbeitszeit, um schwierige oder anspruchsvolle Aufgaben mit der entsprechenden Ruhe durchzuführen. Vielleicht besteht die Möglichkeit, an dieser Stelle eine Änderung vorzunehmen und zusammenhängende Besprechungszeiten und auch zusammenhängende Arbeitszeiten herbeizuführen – zuweilen reicht hierzu ein wenig Selbsterziehung.

Die “No Mail – no Phone” Taktik

Man stelle für einen festgelegten Zeitpunkt – unter Umständen zunächst nur für 30 Minuten – das Telefon aus (oder um) und den E-Mailempfang ab (oder beachte ihn nicht). Diese kurze Zeit kann mit voller Konzentration und ohne Ablenkung von außen für spezielle Tätigkeiten genutzt werden.

Handy, E-Mail und Telefon unterbrechen unsere Arbeit und unsere Konzentration auf eine Sache für einen längeren Zeitraum, als das eigentliche Telefonat oder das eigentliche Lesen benötigt, weil wir uns erst wieder neu in die Thematik einfinden müssen.

Die “Belohnungstaktik”

Spezielle Tätigkeiten, die besonders unangenehm, besonders langwierig oder besonders schwierig sind und die wir erfolgreich gelöst haben, sollten von uns selbst angemessen belohnt werden. Im eigenen Bewusstsein wird so eine positive Verstärkung erreicht, die dauerhaft angewandt bewirkt, dass man diese Tätigkeiten leichter oder lieber durchführt. Wir kennen alle den Effekt, wenn wir etwas sehr gern tun: weil wir es gern tun, können wir es immer besser und leichter – und tun es immer lieber.

Die “Zeitlimitierungstaktik”

Manche Dinge haben nahezu einen Lähmungseffekt, wenn wir daran denken, dass wir sie bis zu einem bestimmten Datum erledigen müssen. Die Steuererklärung oder die Reisekostenabrechnung sind für viele Menschen solche Aufgaben. Eine mögliche Taktik besteht darin, dass man sich eine Zeitspanne auferlegt, in der man soviel wie möglich davon erledigt – und sich danach belohnt oder weitermacht, wenn man möchte.

Die “Disziplinierungstaktik”

Es existieren eine Reihe von Aufgaben, die man sehr regelmäßig erledigen muss, wie z. B. die Reisekostenabrechnung, Akquisetelefonate etc. Auch wenn man kein Anhänger des strikten Zeitmanagement ist, empfiehlt es sich, Zeitblöcke im Kalender für wiederkehrende Aufgaben zu reservieren. Wenn man diese regelmäßigen Tätigkeiten immer wieder schriftlich vor Augen hat, geht die Ausführung oftmals leichter vor sich, als wenn man immer wieder neu die Zeit dafür einplanen muss.

Die “MIT Taktik”

Die MIT Taktik – Most important Things/die allerwichtigsten Dinge – empfiehlt, dass man geradezu sklavisch am Beginn eines Arbeitstages erst die wichtigsten Dinge erledigt – bis sie komplett erledigt sind. Das hat den Effekt, dass man sehr genau vor Arbeitsbeginn (idealerweise am Tag vorher) entscheiden und gewichten muss, was die wichtigsten Tätigkeiten sind. Der schöne Nebeneffekt: Zuweilen fallen ein paar unwichtige Sachen von selbst weg.

Die “Was ist für mich drin-Taktik”

Alles, was mir am meisten Spaß macht, meinen persönlichen Vorlieben oder Werten entspricht, ich am besten kann etc. geht mir normalerweise schnell und unproblematisch von der Hand. Wenn ich also, in den Dingen, die ich tue einen mittelbaren Nutzen für mich persönlich finden kann, fällt es mir leichter mich zu motivieren. Zum Beispiel: Mehr Neukundengewinnung = mehr Umsatz = mehr Gehalt = mein Traumurlaub möglich!

Die “Schmerzvermeidungs-Taktik”

Einige Menschen haben nicht die oben beschriebene Motivationsrichtung “hin zu”, sondern sind “weg von” ausgerichtet. Das heißt, sie vermeiden lieber Unangenehmes. Diese Menschen lassen sich durch mehr Geld oder mehr Freizeit, mehr Anerkennung etc. nicht verlocken. Ihr Anreiz könnte zum Beispiel darin liegen, die unangenehmen Gefühle zu vermeiden, die sie haben, wenn sie etwas nicht erledigen. Wenn man die eigene Richtung kennt, fällt es sehr viel leichter, sich selbst zu motivieren.

Die “Zielausrichtungs-Taktik”

Für manche Menschen ist es wirkungsvoll unangenehme Aufgaben einem großen persönlichen Endziel unterzuordnen. So kann ich ein Bild dessen, was ich erreichen möchte im Leben, mit mir tragen. Ich kann dann die Bewältigung meiner Tätigkeiten als Baustein auf dem Weg dorthin betrachten.

So kannte ich zum Beispiel einen Kollegen, der in einem bestimmten Alter mit seiner Frau in Frankreich ein Weingut mit Restaurant eröffnen wollte. Dieses Bild war für ihn eine wichtige Motivation und Unterstützung. Kürzlich erhielt ich eine Karte mit einer Einladung…

Welche Motivation oder Ressource auch immer für den einzelnen Menschen wichtig und richtig ist -entscheidend ist, dass es seine ureigenste Methode ist, die für ihn persönlich funktioniert. Dann ist es möglich, sich ein System zu entwickeln, dass auch in frustrierenden Zeiten Unterstützung bietet.

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