Claudia Frey beantwortet Fragen zum Thema “Ziele”
In den letzten Beiträgen haben wir uns intensiv mit dem Thema Ziele beschäftigt, weil Ziele für ein ausgeglichenes und erfolgreiches Leben extrem wichtig sind – sowohl in beruflicher als auch in privater Hinsicht.
Doch warum sind Ziele so wichtig und was gibt es dabei zu beachten? Wenn aktives Ziele-Setzen neu für Sie ist oder Sie sich lange nicht mehr damit beschäftigen konnten, dann haben Sie vielleicht auch eine Reihe von Fragen zu diesem Thema. Was liegt da näher, als diese Fragen von jemandem beantworten zu lassen, der sich professionell mit Zielen beschäftigt.
Claudia Frey ist Psychologische Psychotherapeutin und arbeitet als Coach, Supervisorin und Dozentin in Heidelberg. Sie hilft Ihren Kunden, dahin zu kommen, wo sie möchten. Dazu werden in den Coachings gemeinsam konstruktive Strategien entwickelt und passende, dabei möglicherweise auch außergewöhnliche Wege zum Ziel gesucht – und natürlich gefunden.
In ihrem “FreyBlog …den eigenen Weg gehen…” (hier klicken) gibt sie außerdem Tipps und Hilfestellungen zu mentalen Herausfordungen des Lebens und betrachtet schwierige Themen (“Wie riskant ist das Leben?”) mal aus einer anderen Perspektive.
Die folgenden Fragen (und Antworten von Claudia Frey) sind ein kleiner Ausschnitt aus dem Fragenteil, den Sie zu unserem neuen E-Book gratis erhalten.
Das E-Book “Ziele finden, setzen und erreichen – Weil Hoffnung allein keine Lebensstrategie ist” erscheint am 13. August auf unsere Webseite.
Warum sollte man sich Ziele setzen?
Die Zeit rast, schon wieder ist mehr als die Hälfte des Jahres vergangen. Ohne bewusste Zielsetzung ist die Gefahr groß, sich in Nebensächlichkeiten zu verlieren und letztendlich kaum etwas von dem zu erreichen, was man sich “eigentlich” vorgenommen hatte.
Was zeichnet ein gutes Ziel aus?
Ein gutes Ziel ist “smart”:
- (S)pezifisch: Definieren Sie ganz konkret, was Sie erreichen wollen (”am Ende des Monats will ich Projekt x fertig gestellt haben”).
- (M)essbar: Definieren Sie, woran Sie erkennen, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben (”Projekt x ist fertig, wenn die Pläne beim Kunden liegen”).
- (A)nspruchsvoll: Wenn Sie Ihre Ziele niedrig stecken, werden Sie kaum Großes erreichen. Trauen Sie sich aus Ihrer Komfortzone heraus!
- (R)ealistisch: Größenwahn bringt Sie allerdings nicht weiter. Deshalb ist ein ehrlicher – kein ängstlicher! – Blick auf die gesetzten Ziele von Bedeutung (”ich werde mit Projekt x Millionär” ist wahrscheinlich kein Ziel, sondern ein Traum – außer Sie haben einen guten Plan, dann ist es womöglich realistisch und somit ein Ziel).
- (T)erminiert: Ganz wichtig. Planen Sie, bis wann Sie Ihr Ziel erreicht haben möchten. Hilfreich ist oft eine Unterteilung in kleinere Etappenziele, die wiederum terminiert sind. So können Sie regelmäßig und zeitnah prüfen, ob Sie auf dem richtigen Weg sind oder ob Nachbesserungen (am Ziel oder an einzelnen Elementen davon) nötig sind.
Wie kann man feststellen, ob das Ziel realistisch ist?
Vielleicht müssen Sie zur richtigen Einschätzung neben der eigenen Intuition auch ein wenig Wissen einsetzen – und sich dieses möglicherweise erst aneignen bevor Sie sich mit einem Ziel auseinander setzen (nebenbei: Wenn Sie sich immer wieder ein Ziel setzen, das Sie nicht erreichen, liegt das Problem womöglich tiefer).
Ich würde z.B. gerne 30 kg abnehmen, am besten in einem halben Jahr. Das hieße, im Monat durchschnittlich 5 kg, etwas mehr als ein Kilo pro Woche. Klingt machbar. Aufgrund meiner Erfahrung und meines Wissens über das Thema weiß ich aber, dass 5 kg zwar im ersten Monat einigermaßen realistisch sind, danach aber eher nicht mehr. Also sollte ich entweder die Zielvorgabe “in einem halben Jahr” abändern, oder das Gesamtziel überdenken.
Wie viele Ziele kann bzw. sollte man gleichzeitig verfolgen?
Das kommt darauf an. Als Grundregel würde ich sagen, es ist schwierig, mehr als ein großes Ziel pro Lebensbereich mit Kraft und Ausdauer zu verfolgen. Je nach persönlicher Energie kann man sich aber schon bis zu drei oder vier Ziele gleichzeitig vornehmen. Allerdings sollte man darauf achten, sich nicht zu übernehmen – sonst ist die Gefahr groß, dass alle Ziele in den ewigen Jagdgründen der klassischen Neujahrsvorhaben landen.
Was kann man tun, wenn man zwar einen Wunsch oder eine Idee hat, aber nicht weiß, wo man anfangen soll?
Da gibt es verschiedene Strategien. Ich schlage folgendes vor: Nehmen Sie sich ein großes Blatt, verschiedene farbige Stifte, schließen die Tür (hängen am Besten ein “Bitte nicht stören!”-Schild daran), stellen einen Timer auf 20 Minuten. Dann schreiben Sie ganz oben auf das Blatt den Wunsch oder die Idee (”mit Produkt x könnte ich den Markt revolutionieren”), ganz unten den Ist-Zustand (”derzeit verbringe ich meinen gesamten Arbeitstag damit, sinnlose Projekte im Bereich y zu entwickeln”). Und dann brainstormen Sie.
Was könnten Zwischenschritte sein? Versuchen Sie, auf mindestens sieben zu kommen, es können aber auch beliebig mehr sein. Schreiben Sie alles auf dieses Blatt, was Ihnen in den Sinn kommt, zensieren Sie sich nicht, erlauben Sie sich die gesamte Palette (von “ich kündige” bis “im nächsten Meeting werde ich endlich meinen Ideen Ausdruck verleihen”).
Versuchen Sie, die ganze Zeit zu schreiben und sich nicht durch “vernünftige Überlegungen” zu unterbrechen. Hören Sie erst auf, wenn es klingelt. Dann legen Sie das Blatt weg. Frühestens am nächsten Tag (besser noch: Eine Woche später) hängen Sie wieder Ihr Schild an die Tür, stellen den Timer ein und analysieren, was Sie geschrieben haben. Wenn der Timer klingelt, entscheiden Sie sich für einen ersten Schritt.
Braucht man einen Grund, warum man ein Ziel verfolgt?
Motivation ist zentral. Denn um ein größeres Ziel zu erreichen, brauchen Sie Ausdauer und Kraft. Wenn Sie nicht wissen, warum Sie etwas wollen, wird es schwierig werden, beides aufzubringen.
Ich habe ein Ziel – wie geht’s jetzt weiter?
Genau wie immer: Schritt für Schritt. Aber dieses Mal in die richtige Richtung.
Was passiert, wenn sich meine Ziele verändern?
Das Leben ist ein Prozess und es ist nicht selten, dass sich unsere Ziele im Laufe der Zeit verändern. Wichtig ist es, zu bilanzieren, das Gelernte zu erkennen und für die neuen Ziele zu verwenden. So ist nichts verloren, die neuen Ziele können mit mehr Erfahrung und mehr Wissen angegangen werden. Letztendlich ist durchaus auch der Weg das Ziel.
Geben Sie jeden Tag Ihr Bestes und kommen trotzdem nicht vom Fleck?
„Erfahren Sie, wie Sie in diesem Jahr mehr erreichen als die meisten Menschen in zehn Jahren zuwege bringen
(und das trotz Wirtschaftskrise)“
Klicken Sie hier...
Diesen Artikel merken: