Geschrieben am Sonntag, den 23. August 2009 von Andrea

Die Komfortzone – Fluch oder Segen? 5 Tipps für den erfolgreichen Ausbruch

Viele von uns kennen sie – einige bekämpfen sie: die Komfortzone.

Unendliche Weiten, wir schreiben das Jahr 3938. R2D2 und K4711 stehen zusammen am Rande eines Kraters.

R2D2: “Sollen wir ihn jetzt erkunden?”

K4711: “Nein, keine Lust, hier ist es gerade so gemütlich…”

O.k. – meine schriftstellerischen Fähigkeiten sind ausbaufähig. Doch vielleicht konnte ich Sie neugierig machen auf ein paar Gedanken zu dem Thema.

Viele verbinden mit dem Begriff Komfortzone etwas Negatives. Dahinter verbirgt sich scheinbar jemand, der träge und inaktiv ist.

 

Ähnlich wie Procrastination, Aufschieben, vermittelt es kein Bild eines dynamischen, toughen und vor allem – perfekten und sprungbereiten Menschen.

Vielleicht liegt die Problematik genau darin. Ich habe versucht herauszufinden, seit wann das “Aufschieben” Einzug in die deutsche Sprache gefunden hat. Ohne Erfolg. Doch ich bezweifle, dass wir diesen Ausdruck schon immer kannten.

Meine Großmutter kannte keine Komfortzone und kein Aufschieben. Sie tat die Dinge – oder ließ es sein.

Sie war ordentlich – aber nicht perfekt. Wohl gefühlt habe ich mich trotzdem – oder gerade deshalb?

Meine These: Wir flüchten in unsere Komfortzone und suchen Schutz – und ein paar Streicheleinheiten.

  • Wir bürden uns viele Aktivitäten auf: beruflich, Hobbys, im Privatleben.
  • Wir möchten alles perfekt und einwandfrei tun.
  • Wir wollen gesund leben, Sport treiben, stylisch eingerichtet sein etc.
  • Wir müssen traumhaft aussehen und punktgenau gerundet sein.

Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen.

 

Als Recruiting Manager saß ich oft bis spät Abends in meinem Büro. Häufig kamen unsere Verkäufer vorbei, wir tranken ein alkoholfreies Bier und redeten. In dieser Zeit verstand ich, unter welchem Druck Verkäufer stehen.

Peter sagte einmal: “Deine Zahlen müssen stimmen. Du musst durchtrainiert aussehen, gut gekleidet sein, Statussymbole besitzen, Hobbys haben und so weiter. Wenn Du Karriere machen willst, bist Du rund um die Uhr beschäftigt.”

Meine Tipps für den Umgang mit der Komfortzone – selbsterprobt, getestet und für gut befunden:

 

Weniger ist oft mehr.

Ich frage mich bei allen Dingen:

  • Ist das wirklich wichtig oder nötig?
  • Brauche ich das?
  • Will ich das tun?
  • Was bringt mir das?

Das gilt für (fast) alle Bereiche meines Lebens:

  • Besuche, Familienfeiern,
  • Treffen mit Kunden oder Kollegen,
  • Einkäufe, Anschaffungen,
  • Haushalt, Fernsehen…

Konsequent angewandt bleibt mir mehr Zeit für mich und die Dinge, die mir wichtig sind. Ich gebe weniger Geld aus und bin zufriedener.

Nachteil: Die Entscheidung, ob Sie auf etwas verzichten wollen, erfordert Nachdenken. Wir tun Dinge aus Gewohnheit. Ob etwas tatsächlich notwendig ist, spielt keine Rolle. Sich dabei zu ertappen und das zu ändern ist eine Herausforderung.

 

Es darf auch mal unperfekt sein.

“Man” muss das tun, “man” muss dieses tun. Ähnliche Aussprüche kennen Sie alle. Fragen Sie sich bewusst, an welchen Stellen Sie etwas nachlässiger sein können, ohne, dass es negative Auswirkungen hat!

Wo können Sie – frei nach Pareto – mit 20% Aufwand 80% des Ergebnisses erzielen, und dennoch professionelle Arbeit leisten?

Sie werden sich wundern, wie viel Sie plötzlich erledigen und wie schnell Ihr Schreibtisch (oder Ihr Haushalt) leer ist oder glänzt!

Nachteil: Wenn Sie ein Perfektionist sind, wird Ihnen das schwer fallen. Spielerisch klappt es, wenn Sie sich fragen, auf was Sie am ehesten verzichten können – wenn es niemand bemerkt…

 

Was wäre, wenn?

Überlegen Sie sich, was Sie tun, wenn Sie Ihre Komfortzone verlassen. Nehmen Sie einen Stift und Papier. Setzen Sie sich für ein paar Minuten hin und beantworten Sie folgende Fragen:

  • Wo befinde ich mich gerade?
  • Was will ich jetzt tun?
  • Wie fühle ich mich, wenn ich das getan habe?
  • Wann starte ich?

Kein Nachteil: Es kostet ein paar Minuten Zeit – und die Lust, Neues zu probieren. Schreiben stößt körpereigene Dopingstoffe aus, macht also fit. Während Sie sich vorstellen, was Sie tun, wird Ihr Gehirn auf Aktion gepolt. Der Rest kommt von alleine. Wichtig: Schreiben Sie zwischen 15-20 Minuten.

 

In der Ruhe liegt die Kraft.

Ich mag das Wort Entschleunigung nicht. Doch es zeigt, dass unser Denken Bedarf hatte, es zu kreieren. Wir sehnen uns einerseits nach Ruhe – andererseits nach dem andauernden Kick in unserem Leben. Das ist ein Problem.

Eine Möglichkeit diesen beiden gegensätzlichen Bedürfnissen Rechnung zu tragen lautet: bewusste Gestaltung. Gönnen Sie sich bewusst kleine und große Auszeiten. Achten Sie darauf, auf die Anspannung des Tages und der Woche mit Entspannung zu reagieren. Regelmäßig.

Nachteil: Viele finden es ungewohnt, regelmäßige Entspannungszeiten einzubauen. Sie flüchten in Entspannung durch Fernsehen, Alkohol, Essen. Wie vieles, ist auch das eine Gewohnheit. Aktive Entspannung hilft Ihnen dabei, Kraft zu schöpfen und neue Energie zu tanken.

 

Achtung, action.

Wir benötigen also Entspannung und Anspannung, um ausgeglichen zu sein. Leider fühlen wir uns am Ende des Tages oder der Arbeitswoche oft zu erschöpft, um aktiv zu sein. Doch diese neuen Impulse sind es, die uns Energie und Vitalität verschaffen. Eben Lebensfreude.

Das Problem: Dauerausruhen führt zu mehr Unzufriedenheit. Versuchen Sie, etwas Abwechslung zu finden. Es muss nicht gleich der Marathon sein. Der Blick in die Regionalzeitung hilft manchmal bei Anregungen für die Freizeit.

Nachteil: Wer sich unter der Woche ausgepowert, kann sich schwer aufraffen. Fangen Sie an irgendeiner Stelle ganz klein an. Ist der Anfang gemacht, wird die Komfortzone kleiner und verschwindet, weil Sie Pflichten, Bedürfnisse und Ziele in Balance bringen.

Habe ich Sie neugierig gemacht? Erfahren Sie mehr darüber in meinen Artikeln auf www.fluentlife.org über:

Gewohnheiten, die Ihre Motivation steigern.

Die sanfte Methode, Ihre Vorsätze in die Tat umzusetzen.

Schwere Zeiten: Wie Sie sich vor Stress und Überarbeitung schützen.


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