Das Ziel eines jeden Telemarketing Anrufs zur Gewinnung von Neukunden ist es, ein klares “Ja” oder “Nein” des potentiellen Kunden zu erlagen. Lange Telefonate sind sehr selten ein Indiz für ein kommendes Geschäft und bergen zwei Gefahren: die Gefahr der Zeitverschwendung für beide Seiten und die Gefahr, den Kunden über das angemessene Maß hinaus “schlau zu machen”.
Doch nicht immer äußert sich ein Kunde am Telefon sofort eindeutig, ob er ein Produkt oder eine Dienstleistung benötigt oder nicht. Das ist auch verständlich, erreichen wir den Ansprechpartner in der Regel doch völlig unvorbereitet; und häufig rufen wir sogar in einem ungünstigen Augenblick an.
Als Ausweg wählen viele Kunden die Bitte um Zusendung von Informationsmaterial. Die genauen Gründe dafür können jedoch vielfältig sein:
- Der Kunde will den Anrufer abwimmeln, ohne ein eindeutig “Nein” sagen zu müssen.
- Der Kunde ist unsicher, ob das Angebot für das Unternehmen oder sich selbst nötig und nützlich ist.
- Der Kunde ist bereits in Verhandlungen zu diesem Thema und sammelt Informationen zur Entscheidungsfindung.
- Der Kunde verhandelt bereits mit dem Mitbewerb und möchte über neue Preisinformationen den Preis beim bestehenden Anbieter drücken.
- Der Kunde hat bereits beim Mitbewerb gekauft und möchte sich nachträglich seiner richtigen Wahl versichern.
- Der Kunde weiß, dass dieses Produkt/Leistung benötigt wird; Unternehmensinvestitionen sind zum jetzigen Zeitpunkt jedoch ausgesetzt worden – das wird aber nicht kommuniziert.
- Der Ansprechpartner hat nicht die Kompetenzen, die Zeit oder ähnliches, das Thema durchzubringen, möchte es aber nicht zugeben. usw.
Warum verhält sich der Kunde auf diese Art? Weil der Verkäufer für ihn meistens lediglich ein weiterer Verkäufer ist. Viele Kunden erhalten schließlich unzählige Anrufe pro Tag oder pro Woche und versuchen so, das Beste daraus zu machen.
Die Kernfrage für jeden Verkäufer anlässlich dieser Kundenbitte lautet Immer: Forciere ich mit der Versendung der Unterlagen einen möglichen Abschluss, oder nicht?
Diese Frage ist nicht leicht zu beantwortern, da man dazu in den Kopf des Kunden schauen müsste. Und so geschieht es leider oft, dass wir einen Kunden extrem häufig anrufen oder ihm teilweise mehrfach Angebote und Produktmaterial zukommen lassen, ohne dass wir letztlich auch den Auftrag erhalten.
Der einfachste Ausweg: dem Kunden eine kurze (möglichst schon vorbereitete) E-Mail senden. Damit kommt man dem Kundenwunsch nach und spart selbst Zeit.
Wenn das nicht möglich ist (z.B. weil Warenmuster versendet werden sollen), ist es notwendig, klare Entscheidungskriterien zu entwickeln, damit der Erfolg und die persönliche Motivation nicht nach mehreren ergebnislosen Anrufen auf der Strecke bleiben.
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Alexander E. Schröpfer
27. März 2008
Wenn bei mir Unterlagen angefordert werden, ist das eine sehr gute Chance die Mail-Adresse des Kunden zu erhalten. Außerdem schreibe ich in die Mail auch gleich hinein, dass ich ihn dazu erneut anrufe. Und rufe dann auch an. Habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
Mit besten Grüßen,
Alexander E. Schröpfer
Thomas Burgau
2. April 2008
Im Versicherungsbereich häufen sich Internetanfragen und Telefonate bei denen kostenlos Informationen zu komplexen Themen zu angefordert werden. Nach meiner Erfahrung lohnen sich solche Telefonate für keinen der Beteiligten. Deshalb halte ich diese Telefonate kurz und schicke ich dem “Interessenten” per eMail einen vorbereiteten Fragenbogen. Zurückgeschickt wurde er noch nie…
Viele Grüße
Thomas Burgau
Andrea Jülichs
2. April 2008
@Alexander: Wenn Du damit gute Erfahrungen gemacht hast, dann würde ich auch so fortfahren. In Trainings bringe ich immer gern Realität in diese Dinge, d.h. wie sehen denn in Zahlen konkret die Verkaufszahlen aus in Relation zum getätigten Aufwand.
@Thomas Burgau: Auch bei Ihnen fällt mir auf, dass Sie tun, was funktioniert und nicht einer stoischen Verkaufstaktik folgen. Kunden reagieren eben sehr unterschiedlich, von Branche zu Branche, saisonal etc.
Mike
7. April 2008
Hallo Bernd,
zum Einen trauen sich viele Menschen nunmal nicht, klar und deutlich NEIN zu sagen. Die Bitte um Informationsmaterial ist für sie ein Ausweg, den Verkäufer am Telefon schnell “loszuwerden”.
Zum Anderen gibt es einige Verkäufer, die ein NEIN – und sei es noch so deutlich – nicht akzeptieren können (oder wollen). Um solch einer Respektlosigkeit seitens des Verkäufers zu begegnen, nutzt der ein oder andere Kunde die unverbindliche Frage nach Infos als “Abwehrmittel”.
Viele Grüße,
Mike
Bernd
7. April 2008
Hm, also den ersten Grund verstehe ich überhaupt nicht. Wenn ich kein Interesse an dem geworbenen Produkt habe, dann lass ich mir doch nicht noch Informationen per Post zukommen, oder? Ich wäre da sehr genervt. Wenn mich ein bestimmtes Thema interessiert, dann rede ich mit dem Werber halt am Telefon darüber. Da wird mir auch vermittelt, dass ich mit einem menschlichen Wesen kommuniziere. Nicht wie bei Emails, wo ich nichtmal weiß, ob nicht 1000 andere Leute die selbe Mail erhalten haben.
Bernd
protein großhandel
13. Juni 2008
also grade telefonanrufe/Umfragen gehen mir total aufn Wecker, die sind manchmal so penetrant. Wollen sie das Produkt kaufen wenn ja erhalten sie dies und das…da kann man nur auflegen. Gruß