Wie ich durch etwas, was ich nicht mehr tue, schaffe, was ich mir vornehme

Lange habe ich mich gefragt, wie es kommt, dass wir trotz guter Vorsätze nur wenige dauerhaft umsetzen. Bei einigen meiner Angewohnheiten, die ich mir an- oder abgewöhnen wollte, hat es geklappt. Ich nehme keinen Süßstoff mehr zum Beispiel.

Auch wenn Sie schmunzeln – ich war ein Süßstoff Junkie!

Doch als ich auf den Süßstoff verzichtete, nahm ich Zucker oder Honig. Was jetzt keine wirkliche Verbesserung war. Denn den Süßstoff nahm ich nur, um Kalorien zu sparen und mein Gewicht zu halten. Erst als ich meine Ernährung umgestellt habe, konnte ich ganz auf den “Süßkram” verzichten. Heute zieht sich bei dem Gedanken an Süßstoff oder Zucker im Tee mein Mund zusammen…

Doch das hat ewig gedauert. Und falls Sie das Dilemma mit eigenen gescheiterten Vorsätzen kennen, lesen Sie weiter…

Manche Vorsätze und Wünsche waren durch Planung und Bewusstmachung, wie ich es auf unserem Blog FluentLife beschreibe, zu erreichen. Doch ein paar Träume blieben hartnäckig unerfüllt – obwohl ich der Meinung war, dass ich sie erfüllen kann und hart daran arbeitete. Es hat mich verrückt gemacht!

Jedes Jahr auf’s Neue nahm ich es mir vor – nur, um wieder zu scheitern. Und das nervte nicht nur, es machte mich auch traurig.

Mit der Zeit entdeckte ich bei den Vorsätzen, die ich nicht umsetzte so etwas wie einen roten Faden. Etwas, das immer vorhanden war, wenn ich Vorsätze oder Ziele trotz aller Disziplin, Hartnäckigkeit und Einsicht nicht umsetzte. Und als ich diese Dinge änderte, klappte es viel besser.

Es waren so etwas wie eigene sprachliche Boykotteure, die mich abhielten. Und hier sind die Haupt-Boykotteure, die auch Sie vielleicht abhalten und dafür sorgen, dass Sie sich nicht so gut fühlen, wie Sie es verdienen:

Nie mehr: Ich sollte … tun!

Warum ist dieser Satz so schlecht?

Weil er Schuldgefühle und Ärger hervorruft und Schuldgefühle und Ärger haben innere Konflikte und Widerstand zur Folge. Ein Teufelskreis beginnt und schließt sich immer wieder.
Ich habe früher geraucht. Jede einzelne meiner wenigen Zigaretten war begleitet von einem inneren Konzert von Vorwürfen: Du solltest nicht rauchen! Du weißt doch wie schädlich das ist! Du musst endlich aufhören!

Zusätzlich zu den schädlichen Folgen des Rauchens, habe ich mir erheblichen Stress gemacht über meine Gefühle von Schuld und schlechtem Gewissen. Und um mit meinem noch höheren Stresslevel umzugehen, habe ich natürlich weiter geraucht.

Die innerlichen Schuldgefühle und das schlechte Gewissen führen zu einer Spirale, die das Aufhören praktisch unmöglich macht. Beenden Sie das schlechte Gewissen bevor Sie Ihre Vorsätze in der Wirklichkeit umsetzen, weil Sie sich dadurch mehr Unterstützung zukommen lassen, um Ihr Vorhaben durchzuhalten.

Nie mehr: Ich habe kein Durchhaltevermögen!

Beobachten Sie, nach welchen persönlichen Mustern Sie sich verhalten. Finden Sie heraus, was Ihrem Verhalten zu Grunde liegt und was Sie stattdessen benötigen. Hinter ungeliebten Angewohnheiten, egal ob Schokolade essen oder der Griff zur Zigarette, stecken eingeschliffene Verhaltensmuster, die Sie aufdecken können.

Wenn ich bei meinem Beispiel des Rauchens bleibe habe ich mich gefragt:

  • Was möchte ich stattdessen tun (oder sagen)?
  • Was schlucke ich durch das Rauchen hinunter?
  • Wie kann ich mir auf eine andere Art und Weise Belohnung zukommen lassen?
  • Wie kann ich auf eine andere Weise Pausen bekommen?
  • Wie kann ich mich anders entspannen?
  • Was tue ich noch, um Stress abzubauen?
  • Wann habe ich kein Verlangen nach einer Zigarette?
  • Wann ist mein Verlangen besonders groß?
  • Was verführt mich zum Rauchen?

Diese oder Ihre ganz persönlichen Fragen helfen Ihnen dabei herauszufinden, wie Ihr Muster aussieht, das ein bestimmtes Verhalten aufrecht erhält.

Tun Sie das ohne sich selbst Vorwürfe zu machen, sondern in dem Bewusstsein, dass Sie ein menschliches Wesen sind, dass lediglich ein paar festgefahrene Muster und Gewohnheiten hat.

Nie mehr: Ich habe es wieder nicht geschafft!

Feiern Sie jeden kleinen Fortschritt für sich selbst. Halten Sie sich von Menschen fern, die Sie mitleidig anschauen und Ihre Erfolgserlebnisse klein reden, weil Sie das demotiviert. Suchen Sie die Gesellschaft von Menschen, die Ihnen wohlgesonnen sind, die Sie unterstützen und fördern. Und unterstützen und fördern Sie sich selbst.

Seien Sie sich selbst Ihr bester Freund und Ihre größte Unterstützung. Geben Sie sich die Aufmerksamkeit und Zuneigung, die Sie benötigen und verdienen.

Wie bei einem Kind, dass etwas Neues lernt und dabei ganz kleine Fortschritte macht, hinfällt und wieder aufsteht. Würden Sie dieses Kind anbrüllen, dass es ein “Weichei” ist, weil es nicht sofort klappt? (Wenn ja, ist das vielleicht ein hartnäckiges Muster…..) Nein, Sie würden es in den Arm nehmen und animieren, weiterzumachen.

Unterstützen Sie sich durch alles, was Ihnen hilfreich erscheint. Pausen, Entspannung, Yoga, Sport, Meditation, Schwimmen, Musik, Spaziergänge, Stricken, Lesen, Gespräche. Finden Sie die Dinge, die Ihnen statt des Musters dienlich sind und helfen. Mehr Unterstützung finden Sie auf unserem Blog FluentLife – schauen Sie doch einfach mal vorbei!

Denken Sie daran, dass es darum geht, etwas zu wollen, weil Sie es wollen und Ihnen das neue Verhalten nützlich ist – nicht, weil Sie etwas nicht mehr dürfen.

 

 

 

Foto: © Microsoft ClipArt

 

 

  

 

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