Wie Du Dein eigener Motivationstrainer wirst – Teil III

Wie können uns geschriebene Ziele unterstützen?

“Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.” (Laoze)

sich selbst motivierenEiner der mächtigsten Gründe, warum Menschen nicht motiviert sind, ist ihr Mangel an Zielen. Hiermit meine ich nicht den Wunsch nach einem Lottogewinn oder die Maße eines Top-Models.

Ich meine Ziele, die ich persönlich als Mensch erreichen kann, weil ich Einfluss auf deren Verwirklichung habe. Ziele, die mir in vielfacher Hinsicht wichtig sind und die mich anspornen.

Der erste Schritt zur Verwirklichung ist, seine Ziele aufzuschreiben. Wenn der Weg zum Ziel klar definiert und bedacht ist, dann besteht die Chance, ihn in die Realität umzusetzen. Ein Ziel aufzuschreiben, bedeutet, das Unterbewusste bei der Umsetzung der Ziele einzubeziehen.

Wir alle kennen das Phänomen: wenn wir nach Kreta fahren wollen, nehmen wir plötzlich Werbung, Filme, Bücher über das Thema anscheinend vermehrt war. Aber ist es wirklich “mehr” da? Wahrscheinlicher ist, dass unsere Aufmerksamkeit so stark auf das Thema gelenkt wird, dass wir das Erscheinen besser wahrnehmen.

So verhält es sich auch mit perönlichen Zielen. Praktisch alle wirklich erfolgreichen Menschen haben ihre Ziele aufgeschrieben. Die meisten Menschen planen ihren Urlaub oder ihre Einkäufe. Nicht jedoch ihre Lebensziele.

Ziele formulieren und aufschreiben hat weitere Vorteile. Man hat seine Ziele optisch vor sich und kann sie dadurch leichter in erreichbare Unterziele teilen. Es wird möglich, Aktivitäten einzuleiten oder Wissen zu erlangen, das beim Erreichen des Endziels hilfreich ist. Die visuelle Wahrnehmbarkeit von Zielen verstärkt sie im Vergleich zum reinen Denken, weil eine weitere Wahrnehmungsebene hinzukommt.

Wie kann ich an das Erreichen meiner Ziele glauben?

“Man muss das Unmögliche Versuchen, um das Mögliche zu erreichen.”
Hermann Hesse

Wenn das eigene Ziel groß und unerreichbar erscheint, dann muss man einen Weg finden, an sich und seinen Erfolg zu glauben. Ein Weg dazu sind positive Selbstgespräche und gute Fragen. Viele Menschen neigen dazu, zuerst die negativen Dinge oder Eigenschaften in dem, was andere Menschen oder sei slebst tun, zu sehen: “Ich habe in meinem Vortrag gestottert”, “Meine Kollegen haben gelacht”, “Ich habe wieder keinen Sport gemacht”…

Es ist grundsätzlich richtig, dass man aus seinen Fehlern lernen sollte. Das geht allerdings nur, wenn ich eine wenig ausgebildete Fähigkeit kontinuierlich trainiere oder eine schlechte Angewohnheit sukzessive durch eine andere, gewünschte austausche.

Sich selbst ausschließlich auf Fehler aufmerksam zu machen, ist falsch, weil man nie nur Fehler macht. Wenn man selbst wertschätzt, was man gut gemacht hat, dann kann das bereits motivierend wirken. Auf diesem Nährboden können dann Wege zur Verbesserung gefunden werden.

Lenkt man hingegen den Blick ausschließlich auf Negatives, programmiert man eine Schleife, die konsequent in schlechte Stimmung führt. Aus dieser kann dann schnell Depression, Niedergeschlagenheit und kolossale Enttäuschung entstehen, weil nichts Anderes mehr wahrgenommen wird. Wer allerdings die eigenen Fortschritte wahrnimmt, entwickelt automatisch ein gutes Selbstgefühl und findet Wege, seine Fähigkeiten weiter zu entwickeln.

Neben dem positiven Selbstgespräch sind gute Fragen eine mächtige Quelle persönlicher Motivation. Durch regelmäßige Anwendung kann man dadurch lernen, sich starke eigene Ressourcen zu erschließen.

Ein Beispiel:

Ich stelle mir jeden Morgen die Frage “Was (könnte) mich jetzt glücklich machen und welches Gefühle löst dieser Gedanke in mir aus?”

Dadurch programmiere ich mein Gehirn darauf, Positives in meinem Leben – das mit Sicherheit existiert – wahrzunehmen. Schon die Wahrnehmung dessen erzeugt ein positives Gefühl und spendet mir Energie. Mit solch guter Energie kann ich tatkräftiger und fröhlicher in die Bewältigung des Alltags gehen, weil ich meine eigene Kraftquelle besitze.

In all diesen Überlegungen spielen zu diesem Zeitpunkt andere Menschen noch keine Rolle. Es geht darum, wie ich mich als Mensch und Individuum selbst optimal unterstützen und wertschätzen kann.

In der festen Überzeugung, dass kein anderer Mensch mir in dieser Weise Hilfestellung bieten kann, bin ich der Meinung, dass wir uns selbst so behandeln sollten – weil wir nur so in der Lage sind, anderen ebenfalls Hilfe und tatkräftige Unterstützung zukommen lassen können.

Was kann unser Gehirn nicht verarbeiten?

“Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg, wenige in Bezug auf das Ziel.”
Friedrich Nietzsche

Eine weitere – zuweilen kuriose – Möglichkeit besteht darin, sich mit aller Macht vorzustellen, sein Ziel oder seinen erwünschten Zustand NICHT zu erreichen. Das ist ein spannendes (wenn auch nicht ganz neues) Gedankenexperiment. Wenn man überlegt, was man alles tun müsste, um sein Ziel nicht zu erreichen, kommen häufig gute Ideen für das Gegenteil.

Unser Gehirn kann auf direktem Weg die Bedeutung des Wortes “Nicht”, nicht direkt umsetzen; es muss zunächst das Gegenteil konstruieren. Wenn wir hören, “Denke nicht an rosa Elefanten”, tun wir es sofort – um dann zu versuchen, das Bild zu eleminieren.

Wenn wir unsere “Nicht”-Bilder gegen konstruktive Vorstellungen mit positivem Inhalt tauschen, fällt es uns leichter Ziele zu verwirklichen, weil sie besser vorstellbar sind.

 

  

 

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